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BNE - Gemeinde Hetlingen

Rede der Landtagsabgeordneten und damaligen Hetlinger Bürgermeisterin Barbara Ostmeier

"Herzlichen Dank, dass ich als Bürgermeisterin der kleinen Gemeinde Hetlingen die Gelegenheit bekomme zu diesem Thema einen kurzen Beitrag zu leisten. Und ich nehme die Chance gerne wahr, Ihnen darzulegen

Wie viele der heute Anwesenden wissen, liegt die Gemeinde Hetlingen inmitten der Haseldorfer Marsch. Die kleine Gemeinde mit ihren rd. 1400 Einwohnern ist umgeben von Landschafts- und Wasserschutzgebieten. Ein großer Teil des Gemeindegebietes gehört zum Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe, ein etwa 16 km langes, ca. 2000ha großes an der Elbe liegendes Feuchtgebiet von gesamtstaatlicher Bedeutung für den Naturschutz. Es beherbergt eingedeichte Flussmarsch- ebenso wie ökologisch wertvolle Außendeichsflächen und bietet zahlreiche Lebensräume für seltene und gefährdete Arten.

In unmittelbarer Nähe dieses sensiblen Naturraumes liegt, - und das ist sicher eine lokale Besonderheit-, das Gelände unseres heutigen Gastgebers, des azv Südholstein, das größte Klärwerk Schleswig-Holsteins.
In diesem Spannungsfeld zwischen

Genau vor diesem Hintergrund erleben Eltern; Kinder und Jugendliche tagtäglich das Bemühen der Gemeinde, die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen vor Ort zu verbessern und gleichzeitig die Natur und Umwelt zu schützen.

Die Referentin für Umwelt und Bildung, Frau Ute Hagmaier, füllt das pädagogische Konzept beim azv Südholstein seit einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben. Ihr großes Engagement wird von der Überzeugung getragen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Schärfung für Umweltbewusstsein, gar nicht früh genug beginnen kann. Aus einigen Gesprächen wissen Sie, Frau Hagmeier, dass ich diesen Ansatz nicht nur begrüße, sondern uneingeschränkt teile.

Natürlich müssen wir uns auch als Erwachsene noch jederzeit über umweltbewusstes Handeln informieren und heute nach der Energiewende mehr denn je unser Handeln auch unter dem Gesichtspunkt verantwortungsbewusst reflektieren.

Aber,- Nachhaltigkeit bedeutet zu Recht, Umweltbewusstsein zu verinnerlichen und es im Idealfall als Selbstverständlichkeit in unser Tun und Handeln einfließen lassen.

Gerade im Vor- und Grundschulalter sind die Menschen besonders offen dafür, Zusammenhänge zu entdecken, zu begreifen, zu handeln und mit Spannung zu verfolgen, welche Folgen das eigene Handeln nach sich zieht. Aufgrund der engen Verbindung des azv mit der Gemeinde Hetlingen, in Kenntnis der besonderen örtlichen Problemstellungen, haben Sie, überzeugt von Ihrem Projekt, die damalige Leiterin der Kindertagesstätteneinrichtung, Frau Bielor, und das gesamte Team mitgenommen und ihr Konzept in Hetlingen mit Leben gefüllt.

Mit dem Thema „Kleine Wasserforscher - ganz groß“ haben Sie alle Beteiligten unseres Kindergartens auf dem Weg zur KiTA 21 begleitet und im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig für Begeisterung gesorgt.

Die kleinsten unserer Gemeinde erfahren durch Besuche im Klärbetrieb und des Wasserlehrpfades auf dem azv-Gelände, sowie durch Spiele und Aktionen im Kindergarten, was ein Wasserkreislauf ist und welche Aufgaben ein Klärwerk hat. Sie lernen früh, dass Umweltschutz nicht hinterm Deich beginnt, nicht erst auf der grünen Wiese und am Graben, wo man ärgerlicherweise weder angeln noch spielen darf. Nein, intuitiv und vorurteilsfrei lernen die Kinder die Bedeutung und Argumente der unterschiedlichen Bedarfe kennen.

So kommt es immer wieder vor, dass mir die Kinder im Nachgang besonderer Aktionstage in den Räumlichkeiten des Kindergartens stolz erzählen , wie anstrengend es doch war, mit einem Fahrrad aus eigener Kraft Strom zu erzeugen. Auf einer eigens für die Einrichtung angefertigten Anzeigetafel erleben sie tagtäglich, wie viel Strom die auf dem Kita-Dach befindliche Fotovoltaikanlage gerade erzeugt und sind überrascht wie viele Strombällchen beim Benutzen des Backofens verbraucht werden, was im übrigen auch so manche Mutter oder Vater beeindruckt. Bei allem Erlebniswert für die Kinder, dürfen wir aber auch die Auswirkung auf die Erwachsenen nicht vergessen: Wenn eine pädagogische Einrichtung ihren Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten möchte, so stellt dies sowohl für das Kitateam als auch für die Eltern eine neue Herausforderung dar.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung unterziehen sich einer fortlaufenden Weiterbildung auf diesem Gebiet- und dies aus freien Stücken. Der Gedanke der umweltpädagogischen Erziehung zieht sich nämlich durch alle Bereiche des Kita-Alltags. Bei den Kindern wird ein Interesse geweckt, das auch befriedigt werden möchte. Es werden Fragestellungen aufgeworfen, die nicht einfach nur mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten sind. So wird beispielsweise beim Kuchenbacken oder Eier auspusten über die Bedeutung des Stempels gesprochen und mögliche Konsequenzen für das eigene Handeln daraus. Die Kinder tragen ihre Erfahrungen mit nach Hause und manches Mal fühlen sich auch die Eltern nun selbst in ihrem Handeln hinterfragt.

Wichtig ist an dieser Schnittstelle die enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten deutlich werden zu lassen. Es werden nämlich keine Vorgaben gemacht. Ziel ist es, das Problembewusstsein, das Umweltbewusstsein zu wecken und dieses u.U. auch im Alltag zu Hause zu integrieren. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass wir mit zunehmendem Alter immer mehr Verantwortung für unser Tun und Handeln übernehmen müssen und es ist wichtig, dass wir schon früh damit beginnen, neben Sozialkompetenz auch Umweltkompetenz zu vermitteln. Ich würde mich freuen, wenn die seitens des azv Südholstein angestoßene Welle noch weitere Kreise zieht."