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Neuer Flächennutzungsplan für Hetlingen

Wedel-Schulauer Tageblatt

Hetlingen rüstet sich für die Zukunft
HETLINGEN. Wie wird Hetlingen in 15 oder 20 Jahren aussehen? Wenn man den Visionen des Planungsbüros Hass aus Rellingen folgt, könnten künftig ein großes Sportstadion, ein Gewerbegebiet, eine Ferienhaussiedlung, ein Stellplatz für Wohnmobile sowie eine Umgehungsstraße in der kleinen Gemeinde Platz finden.

Fotos: Christina Prahl WST

Was erwarten die Einwohner von dem neuen Flächennutzungsplan? Das wollten Politik und Gemeinde im Zuge einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung jüngst im "Hetlinger Treff" erfahren. Schnell wurde deutlich: Viel Spielraum gibt es nicht. "Sie sind rundum eingekesselt von Naturschutzgebieten", erläuterte Landschaftsarchitekt und Büroinhaber Joachim-Ulrich Haß. Bedeutet: Das Dorf kann sich kaum vergrößern, allenfalls ein wenig in die Länge ziehen, wie der Planer verdeutlichte.

Doch auch innerhalb der Gemeindegrenzen gibt es laut Diplom-Ingenieur Michael Schöne Gestaltungsmöglichkeiten. Er stellte den Anwesenden den F-Plan-Entwurf der Hass-Gruppe vor. So gebe es noch "einige weiße Flecken auf der Landkarte". Etwa zwischen der Hauptstraße und dem Mitteldeich, rechts und links des Neubaugebiets Achter de Kark sowie an der Straße Opn Feld bestünden Lücken, die mit Wohnbebauung (auf dem Plan rot gekennzeichnet) geschlossen werden könnten. Auch das Areal des heutigen Sportplatzes soll laut den Vorstellungen des Ingenieurs als Wohngebiet überplant werden.

Neuer Sportplatz für den HMTV
Außerdem sieht der F-Plan eine Erweiterung der Gemeinbedarfsfläche (lila-farbene Flächen) vor: "Für den Neubau der Feuerwache oder eine eventuell anstehende Vergrößerung der Schule oder des Kindergartens", erläuterte Schöne. Umstritten in der Gemeinde ist der Bau eines neuen Sportplatzes. Die Vorlage aus dem Hause Hass sieht am Ortsausgang, auf der Elbseite, in Richtung Holm, eine neue Heimat für den HMTV vor - inklusive großem Sportplatz mit Wettkampf-Bahn, einem weiteren Rasenspiel- sowie einem Beachvolleyballfeld und drei Tennisplätzen (grüne Fläche). Direkt nebenan könnten zudem eine kleine Ferienhaussiedlung, eine Stellfläche für Wohnmobile sowie ein großer, öffentlicher Parkplatz entstehen (gelbe Fläche). "Wir hoffen, dass dieser dann auch von den zahlreichen Ausflüglern genutzt würde, die vor allem im Sommer in die Marsch strömen", sagte Schöne. Sein Plan ist, einen Fahrradverleih zu installieren oder Studenten mit Rikschas anzuheuern, die die Touristen dann vom Ortseingang zur Hetlinger Schanze befördern. Denn dort solle, bis auf einen Bezahlparkplatz für etwa 120 Pkw, das Parken gänzlich verboten werden. "Ich würde Ihnen empfehlen, mit Schranken und Pollern zu verhindern, dass Besucher dort ihre Autos abstellen", so Schöne in Richtung der Politik.

Auch ein 3,5 Hektar großes Gewerbegebiet (graue Fläche) ist laut F-Plan vorgesehen: Nach Schönes Vorstellung könnten zwischen dem neuen Sportplatz, dem Mitteldeich und der Holmer Ortsgrenze rund 14 Gewerbegrundstücke entstehen. Allerdings: Das für den Sportplatz und das Gewerbegebiet vorgesehene Land gehört nicht der Gemeinde, sondern ist im Privatbesitz. "Es kann uns also passieren, dass das mit unseren Planungen auch in zehn, 15 Jahren nix wird", betonte Christdemokrat Hans-Werner Grupen. "Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht die Chance auf bestimmte Maßnahmen schon von vornherein nehmen lassen. Wir wissen ja nicht, was in den nächsten Jahren passiert", betonte Ingenieur Schöne.

Gleiches gelte für die Möglichkeit einer Umgehungsstraße, die unter der Zuhörerschaft für Furore sorgte. Die Fahrbahn, die nördlich an Hetlingen vorbei durch das Naturschutzgebiet führen könnte, würde den Ort vom Durchgangsverkehr aus Haseldorf befreien und zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen, sagte Haß. Doch auch die Durchsetzung dieses Projekts dürfte schwierig werden. "Für den Bau einer Straße ist laut Landesbetrieb Verkehr ein bestimmtes Verkehrsaufkommen erforderlich. Da liegen wir mit Sicherheit drunter", sagte Michael Rahn von der Freien Wahlgemeinschaft.

Von Christina Prahl
21.01.2011
Wedel-Schulauer Tageblatt - Online Ausgabe

Uetersener Nachrichten

Ein Gewerbegebiet für Hetlingen
Flächennutzungsplan. Erster Entwurf während einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Hetlingen. Nicht viele Möglichkeiten hat die Gemeinde sich zu entwickeln. Dies ist das Ergebnis eines Informationsabends im Hetlinger Treff. Vorgestellt wurde der erste Entwurf des Flächennutzungsplanes. Trotz intensivem Werbens während des Neujahresempfanges waren nur 20 Zuhörer gekommen.


„Sie sind umzingelt von Landschaftsschutzgebieten“, urteilte Joachim-Ulrich Haß vom Planungsbüro Hass, der zusammen mit seinem Kollegen Michael Schöne die Arbeit vorstellte. Die Bebauung grenzt weitgehend an die Schutzgebiete, Entwicklung ist also nur innerorts möglich.
Dort haben die Planer elf Hektar ausgemacht, von denen allerdings zwei schon teilweise bebaut sind. Auf den restlichen neun Hektar könnten 95 bis 100 Wohneinheiten entstehen, rechnete Schöne vor. Nach den Vorgaben der Landesplanung dürfte Hetlingen bis 2025 90 zusätzliche Wohneinheiten ausweisen.
Abgerechnet werden müssen jedoch die 30, die im Neubaugebiet Achter de Kark derzeit entstehen, sowie etwa 20 Wohneinheiten aus Lückenbebauungen. Es blieben also 40 Wohneinheiten, die die Kommune über gemeindliche Baugebiete ausweisen könnte, so der Planer. Nur zwei Baugebiete wären also bis 2025 möglich.
Das mochte Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU) so nicht stehen lassen. Nach den neuen Regeln der Regionalplanung wären auch mehr möglich, sagte die Landtagsabgeordnete. Nachbargemeinden müssten dann auf die ihnen zustehenden Bauplätze verzichten, relativierte Schöne.
Die wichtigsten Veränderungen könnten sich jedoch an der Straße nach Holm ergeben. Auf dem Streifen zwischen Landesstraße und zweiter Deichlinie soll direkt hinter der Ortsgrenze ein Parkplatz sowie ein Areal für Ferienhäuser oder Wohnmobilstellplätze entstehen. Daneben ist ein neues Sportplatzgelände vorgesehen, Größe: sieben Hektar. Der Sportplatz neben der Mehrzweckhalle wird dafür aufgegeben. Ein Teil soll für Häuslebauer reserviert, ein Teil als Gemeindebedarfsfläche ausgewiesen werden, die für die Erweiterung der Feuerwache nutzbar wäre.
Auf dem Stück Wiese zwischen Holmer Straße und altem Landesschutzdeich bei dem Hof Groth wird zudem ein Gewerbegebiet ausgewiesen, Größe: 3,5 Hektar. Damit wäre Hetlingen das erste Dorf in der Marsch, das über ein Gebiet nur für Unternehmen verfügt. Vom Tisch wäre damit die immer mal wieder aufflammende Diskussion über ein Gewerbegebiet für alle drei Dörfer des Amtes Haseldorf.
Die Verlegung des Sportplatzes war die Idee der CDU, das Gewerbegebiet wurde auf Initiative der FW in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Sicher ist, dass die Hetlinger Vorstellungen bei übergeordneten Behörden nicht auf volle Zustimmung treffen. „Wir haben bewusst etwas mehr zugeschlagen, damit am Ende etwas übrig bleibt“, erklärte Haß. „Es wird immer weggestrichen.“
Mit einer Umgehungsstraße die Raser aus dem Dorf verbannen. Mit einer Umgehungsstraße nördlich von Hetlingen könnten die Planer den größten Coup ihrer Arbeit gelandet haben. Zwei Kreisel sehen sie dazu vor, einen auf der Holmer Straße in Höhe Grüner Damm und einen zwischen Lanner und Ortsgrenze von Hetlingen und Haseldorf am Eckhorst. Die Umgehungsstraße würde am Neubaugebiet Eckhorst vorbeiführen. Für die Anwohner der Hauptstraße wäre es eine große Entlastung, waren sich die anwesenden Hetlinger einig. Planer Michael Schöne gab jedoch zu Bedenken, dass ihm keine Verkehrszahlen vorlagen. Es ist also nicht klar, ob genügend Autos täglich durch Hetlingen fahren, um eine Umgehungsstraße begründen zu können.
Immer wieder Ärger gibt es mit parkenden Autos an der Straße vor der Mehrzweckhalle, an der Schanze sowie in der Schulstraße. Dazu sehen die Planer nicht nur den Parkplatz an der Holmer Straße am Ortseingang vor. Der soll kostenlos sein. Ein zweiter Parkplatz könnte an der Straße zum Klärwerk kurz hinter dem Ortsausgang entstehen. Während des Schachblumenfestes wird dieser Bereich bereits genutzt, um Fahrzeuge abzustellen. Einen Parkplatz für 120 Autos sehen die Planer an der Hetlinger Schanze vor. Der soll gebührenpflichtig sein, die Autofahrer durch Halteverbotsschilder dazu gezwungen werden, ihn zu nutzen.
Die Besucher der Informationsveranstaltung haben die Zeichnungen zu Gesicht bekommen, wie sich Hetlingen in Zukunft entwickeln soll. Wer nicht gekommen war, muss sich noch etwas gedulden, wenn er sich schlau machen möchte. Nach Auskunft des Uetersener Stadtplaners Henning Trepkau beschäftigt sich der Hetlinger Bauausschuss während seiner nächsten Sitzung am 16. Februar mit dem Plan. Dann werden im Ratsinformationssystem der Stadt die Papiere als Anlagen zu den Sitzungsunterlagen eingestellt und die Hetlinger können sie begutachten.(tp).
Thomas Pöhlsen
Uetersener Nachrichten,
Online Ausgabe, 20.01.2011